RVG | Personalmanagement unter der Lupe
RVG - Raiffeisen Viehvermarktung GmbH. Da, wo wir herkommen, im Münsterland, zählt noch das Wort. Ebenso gehört hier Bodenständigkeit zum guten Ton. Aber lesen Sie doch besser selbst, was wir unter Zusammenarbeit verstehen.
Viehhandel, Raiffeisen Viehvermarktung, Viehvermarkter, Vieh, Zucht, Viehtransport, Ferkel, Schweine, Nutzgroßvieh, Schlachtgroßvieh, Fresser, Kälber, Landwirte, Mast,
16985
post-template-default,single,single-post,postid-16985,single-format-standard,qode-listing-1.0.1,qode-social-login-1.0,qode-news-1.0.2,qode-quick-links-1.0,qode-restaurant-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-theme-ver-13.0,qode-theme-bridge,bridge,wpb-js-composer js-comp-ver-5.4.4,vc_responsive

Personalmanagement unter der Lupe

Personalmanagement unter der Lupe

Münster (11. April 2018). Fachkräfte zu gewinnen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu binden ist vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels in vielen Betrieben ein zentrales Thema. Ein gutes Employer Branding, die Etablierung des Unternehmens als Arbeitgebermarke, hilft da weiter. Das weiß Prof. Dr. Sonja Öhlschlegel, Professorin für Personalmanagement am Fachbereich Wirtschaft der FH Münster, die ein studentisches Praxisprojekt zu diesem Thema betreut hat.

14 BWL-Studierende haben während eines Semesters das Employer Branding der Raiffeisen Viehvermarktung GmbH (RVG), einem der größten Viehvermarktungsunternehmen in Deutschland, unter die Lupe genommen und Handlungsempfehlungen entwickelt, um die Arbeitgebermarke des mittelständischen Unternehmens aus Ennigerloh weiter zu stärken. Von der Unternehmensseite hat Birgit Nienkemper das Projekt mitbetreut. Sie hat von 2005 bis 2009 an unserem Fachbereich studiert und arbeitet jetzt als Prokuristin bei der RVG. Die Alumna freut sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit und das wertvolle Feedback der Studierenden, welches sie mit in ihr Unternehmen nimmt. “Das Seminar ist für beide Seiten eine Win-Win-Situation.”

So sieht das auch Prof. Dr. Öhlschlegel, die in ihre Veranstaltungen zum Funktionalen Personalmanagement das Praxisprojekt in Kooperation mit der RVG bereits zum dritten Mal integriert hat: “Während der Seminare konnten die Studierenden die theoretisch vermittelten Inhalte praktisch anwenden, wobei sie gleichzeitig eine direkte Rückmeldung aus der Praxis bekommen haben. Darüber hinaus hatten die Studierenden die Möglichkeit wertvolle Kontakte in die Praxis zu knüpfen.”

Birgit Nienkemper, Alumna unseres Fachbereichs und jetzt Leiterin Rechnungswesen und Prokuristin bei der RVG Raiffeisen Viehvermarktung GmbH, stand uns nach der Projektpräsentation noch für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Liebe Frau Nienkemper, wann und welchen Studiengang haben Sie hier am Fachbereich Wirtschaft studiert?

Ich habe von 2005 bis 2009 an der FH Münster studiert. 2005 zunächst im Bachelorstudiengang Wirtschaft mit den Schwerpunkten Internes Rechnungswesen, Externes Rechnungswesen und Finanzierung. Ab 2008 dann im Masterstudiengang International Management – Finance, Taxes and Accounting. Wie verlief danach Ihr beruflicher Weg und wo arbeiten Sie jetzt? Nach meinem Studium habe ich für zwei Jahre als Prüfungsassistentin bei einem mittelständischen Prüfungsunternehmen gearbeitet. 2011 habe ich als Leiterin Rechnungswesen bei der RVG angefangen und seit 2012 bin ich dort stellvertretende Geschäftsführerin und für den kaufmännischen Bereich zuständig.

Seit wann besteht die Kooperation zwischen dem Fachbereich Wirtschaft und der RVG? Wie ist die Kooperation zustande gekommen? Welche Ergebnisse konnten Sie bisher aus der Kooperation erzielen?

Ich habe mich 2016 an Prof. Dr. Sonja Öhlschlegel gewendet, da wir auf unsere Stellenausschreibungen regelmäßig zu wenige Bewerbungen erhielten. Wir haben uns darauf verständigt, das Thema Employer Branding anzugehen und das Arbeitgeberprofil der RVG zu schärfen. Innerhalb von drei Semestern konnten wir viele engagierte Studierende erleben, die sich nicht scheuten, Kritik frei zu äußern und uns sowohl gut ausgearbeitete als auch konstruktive Verbesserungsvorschläge unterbreiteten. Viele davon haben wir bereits umgesetzt. So haben wir im Sommer 2017 unsere Website komplett neu erstellen lassen und mit Fotos unserer Lieferbetriebe und von unserem Standort versehen. Ebenfalls sind neue Broschüren und Stellenausschreibungen erstellt worden – alles beruhend auf den Konzepten der Studierenden. In der weiteren Umsetzung sind beispielsweise ein Tag der offenen Tür und die Teilnahme an Berufsmessen geplant.

Wie ist es für Sie wieder an Ihre alte Hochschule zu kommen?

Es ist ein tolles Gefühl, wieder an die FH Münster zu kommen, die ja jahrelang für mich mein zweites Zuhause war. Obwohl sich (vor allem baulich) viel geändert hat, ist doch auch viel Bewährtes geblieben. Besonders interessant für mich ist es natürlich, die Dinge nun “von der anderen Seite” zu betrachten. Wenn ich durch die Gänge laufe, erinnere ich mich noch ganz genau daran, wie ich mich als Studentin gefühlt habe, sei es auf dem hektischen Rush morgens vom Bus, um pünktlich zur ersten Vorlesung zu kommen, in den gemütlichen Pausen mit meinen Kommilitonen, in denen man die Abendplanung vorbesprochen hat oder in der erst nervösen Stimmung vor der Klausur und dann der Erschöpfung, aber Erleichterung nach der Klausur. Ich weiß noch wie sich früher die Trauben vor den Aushängekästen der Professoren gebildet haben, wenn die Ergebnisse ausgehangen wurden – das hat sich wohl in den wenigen Jahren stark verändert und man bekommt nur noch Online-Ergebnisse.

Haben Sie aus Praktikersicht ein paar Tipps für unsere Studierenden, um sich besser auf die Praxis vorzubereiten?

Ich finde es hervorragend, den Studierenden nun durch Einblicke in unser Unternehmen einen Blick in die Praxis zu ermöglichen. Sie sind alle sehr wissbegierig und mit Begeisterung dabei – in dem ein oder anderen erkennt man auch ein Stück aus seiner alten Studentenpersönlichkeit wieder.

Ich kann allen nur raten, mit genauso viel Begeisterung bei der Sache zu bleiben wie ich sie in unserem Projekt erlebt habe. Um den Bezug zur Praxis nicht zu verlieren, sind vor allem Praktika und viele unterschiedliche Ferienjobs sehr sinnvoll. Dabei kommt es nicht darauf an, in einem möglichst hochrangigen Unternehmen zu arbeiten, sondern einfach so viel Praxiserfahrung wie möglich “einzuatmen”. Ich habe, angefangen von Etikettierungsarbeiten im Lager, über Catering auf Messen, über Bürojobs bis hin zu Praktika bei einem Big Four Unternehmen, einiges erlebt und wirklich alles davon hat mich ein Stück weitergebracht – und sei es nur die Erkenntnis dass ich mich im Mittelstand zu Hause fühle.

Lasst euch nicht verbiegen, probiert vieles aus und wenn es nicht das Richtige ist, ist das auch eine Erkenntnis. Und am Ende bleibt nur: “Nicht lang schnacken – Anpacken!”